univadis, 5. September 2022

Michael Simm Clinicial Essentials 05.09.2022

 


Kernbotschaften

US-amerikanische Senioren profitierten in einer Studie mit 12-jähriger Nachverfolgung unterschiedlich stark von sportlichen Aktivitäten. Mit Schlägersportarten und Laufen sank das Mortalitätsrisiko um 16 bzw. 15 %, durch Schwimmen und Radfahren nur um 5 bzw. 3 %.

Hintergrund

Zahlreiche Studien dokumentieren den Zusammenhang zwischen hoher körperlicher Aktivität und Langlebigkeit. Weitgehend ungeklärt ist jedoch, welche Rolle dabei die Art der körperlichen Betätigung spielt.

Design

Kohortenstudie mit 272550 Teilnehmern im Durchschnittsalter von anfänglich 70,5 Jahren, darunter 58 % Männer. Sie hatten in einer Studie der US-nationalen Gesundheitsinstitute (AARP Diet and Health) in den Jahren 2004 und 2005 Fragebögen zur wöchentlichen Dauer unterschiedlicher körperlicher Aktivitäten ausgefüllt und waren bis Ende 2019 bezüglich der Mortalität nachverfolgt worden. Um die verschiedenen Aktivitäten (Laufen, Radfahren, Schwimmen, andere aerobe Übungen, Schläger-Sportarten, Golf und sportliches Gehen) vergleichen zu können, wurden diese auf metabolische Äquivalente (MET) umgerechnet. Dabei entspricht 1 MET dem Energieverbrauch im Sitzen, und eine moderate körperliche Aktivität 3 – 6 MET, wobei die Empfehlungen von Fachgesellschaften bei 7,5 – 15 MET liegen. Die errechneten Chancenverhältnisse HR wurden adjustiert für Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Bildung, Raucherstatus, BMI, Alkoholkonsum und 8 weitere Faktoren.

Ergebnisse

Im Vergleich zu Studienteilnehmern, die die jeweilige Aktivität nicht ausübten, waren 7,5 – 15 MET-Stunden / Woche bei Schläger-Sportarten (Tennis, Squash etc.) mit der stärksten Reduktion der Gesamtmortalität verbunden. Das Chancenverhältnis HR betrug hier 0,84 (95%-Konfidenzintervall 0,75 – 0,93). Fast ebenso stark war die Risikoreduktion fürs Laufen (HR 0,85; 95%-KI 0,78 – 0,92).
Schwächer ausgeprägt waren die Risikoreduktion (HR / 95%-KI) bei folgenden Sportarten:


sportliches Gehen: 0,91 (0,89 – 0,93),
andere aerobe Aktivitäten: 0,93 (0,90 – 0,95),
Golf: 0,93 (0,90 – 0,97),
Schwimmen: 0,95 (0,92 – 0,98),
Radfahren: 0,97 (0,95 – 0,99).


Unter allen Aktivitäten ergab sich eine dosisabhängige Risikoreduktion entlang gekrümmter (nicht-linearer) Kurven. Dabei zeigte sich bereits unter wenigen MET-Stunden pro Woche eine starke Risikoreduktion, und mit jedem weiteren Inkrement wurde der Nutzen geringer.
Diese Assoziationen waren für die kardiovaskuläre Mortalität und für die Krebsmortalität ähnlich wie bei der Gesamtmortalität.

Klinische Bedeutung

Die Studie bestätigt die Empfehlungen von Fachgesellschaften bezüglich einer anzustrebenden Dauer bzw. Intensität körperlicher Aktivitäten von 7,5 – 15 MET-Stunden / Woche. Sie ist laut Arem et al. (2015) mit einer Mortalitätsreduktion von 31 % gegenüber Personen verbunden, die dieses Ziel nicht erreichen, und dies gilt offenbar auch für ältere Menschen. Die Größe der Mortalitätsreduktion war hier aber mit maximal 16 % bei Schlägersportarten bis zu lediglich drei Prozent für das Radfahren deutlich geringer ausgeprägt.

Finanzierung: National Institutes of Health, National Cancer Institute, National Institute on Aging.

 

Quelle: https://www.univadis.de/viewarticle/3f456132-aa29-34c1-809d-abc8af66bf79?uac=367709FG&u=g7Nnk16ewgtsFeJIjoPEgPOGFBuMo2UL0dKwGgyhcMprsY%2BiYP%2FY3YgeUqiP0k8M&sso=true&ecd=wnl_all_220919_uniweek_STUDE_5009659&utm_content=5009659&utm_term=&utm_medium=email&uuid=3f456132-aa29-34c1-809d-abc8af66bf79&utm_source=&utm_campaign=auto_de_studerwoche-14d_annspe

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