TAGESSPIEGEL vom 15.06.2019

Entstehen soll ein rege genutzter Sport- und Gesundheitspark

Der Senat will den Zugang zu dem Gelände erleichtern, das bislang Sportvereine für sich beanspruchen.

Losgehen soll es noch im laufenden Jahr.

 


Viele Touristen, die nach Berlin kommen, kennen den Olympiapark im Westen der Stadt vermutlich besser als die Berliner. Jedes Jahr pilgern 300 000 Besucher aus aller Welt zum Olympiastadion, dessen markantes Profil das 160 Hektar große Gelände zwischen dem alten Reiterstadion und dem Haus des Deutschen Sports dominiert. Geführte Besichtigungstouren geben Einsicht in Kabinen und Katakomben des Stadions, aber auch in ein Gartendenkmal, das ein Jahrhundert deutscher Sport- und Architekturgeschichte repräsentiert.


Immer wieder stößt man auf Zäune und abgesperrte Tore

Schwieriger ist es, das Olympiagelände auf eigene Faust zu erkunden, auch wenn viele Bereiche grundsätzlich zugänglich sind. Doch immer wieder stößt man auf Zäune und abgesperrte Tore, und an den Zugängen zum Park wirken Kontrollhäuschen mit Sperrschranken nicht gerade einladend, auch wenn dort niemand nach dem Personalausweis fragt. Denn der Olympiapark ist vor allem das Zuhause von 76 Sportvereinen und -verbänden, von Hertha BSC bis zu den Freunden der Islandpferde. Sie legen Wert auf ungestörte Trainingsmöglichkeiten und Vereinskultur, aber nicht auf den allgemeinen Publikumsverkehr.


Das Gelände ist auch eine gastronomische Wüste

Außerdem ist das Gelände eine gastronomische Wüste – und immer wieder stößt man auf Schmuddelecken. Für die Pflege und Entwicklung des Geländes fehlt seit Jahren Geld, Personal und politischer Gestaltungswille. Das soll sich ändern. Die Sportverwaltung des Senats hat sich jetzt dazu durchgerungen, eines der größten und schönsten Freigelände Berlins aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Grundlage dafür ist eine Studie des Büros „Ahner Landschaftsarchitekten“ für die Sanierung und Modernisierung des Olympiaparks bis 2050. Erste Schritte zur Öffnung und Belebung des Areals sind schon für 2019 Jahr geplant.


Die Zugänglichkeit für Radler und Fußgänger soll erleichtert werden

Beispielsweise soll an den Eingängen Hanns-Braun-Straße sowie Friedrich- Friesen-Allee die „Zugänglichkeit des Parks für Fußgänger und Radfahrer erleichtert werden“, heißt es in einem Zwischenbericht der Sportverwaltung an das Abgeordnetenhaus, der dem Tagesspiegel vorliegt. Dort sollen die Schrankenanlagen „in ihrer optischen Erscheinung weniger abweisend gestaltet“ werden. Außerdem soll das angeblich vorhandene Informations- und Leitsystem, das ortsunkundigen Besuchern bisher nicht aufgefallen ist, „neu gestaltet und beschriftet“ werden.

Außerdem werden noch in diesem Sommer zusätzliche Angebote für den Gesundheitssport gemacht. Dies in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund, dem Sport-Club Charlottenburg und dem Sport-Gesundheitspark e.V. Um Nutzungskonflikte zu vermeiden, wenn der Park künftig tatsächlich stärker von Amateursportlern, Reha-Bedürftigen und Erholungssuchenden in Anspruch genommen wird, führt die Sportverwaltung seit November 2018 einen „intensiven Dialog“ mit den alteingesessenen Vereinen und Verbänden.

Die Initiative für eine Öffnung des Olympiaparks ging allerdings nicht vom Senat aus. Im März hatte die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf auf Antrag der Grünen einstimmig beschlossen: „Das Bezirksamt wird gebeten, sich beim Senat dafür einzusetzen, dass das Olympiagelände mit seinen vielfältigen Einrichtungen für weitere Vereine und Nutzer geöffnet wird“. Eine Forderung, die der Landessportbund-Direktor Friedhard Teuffel bei einer Diskussionsveranstaltung der Grünen im Frühjahr aufnahm. Sport lebe von Bewegung, sagte er. „Aber dort bewegen sich zu wenig Menschen.“ Man könnte dort zum Beispiel attraktive Joggingstrecken anlegen.


Schon 2004 gab es große Pläne, doch es geschah wenig

Mal sehen, was aus den Ankündigungen wird. Schließlich hatte der (damals rot-rote) Senat schon 2004 ein „Leitkonzept“ für das Olympiagelände beschlossen, um aus der Immobilie, die bis 1994 noch das unzugängliche Hauptquartier der britischen Alliierten war, ein „einzigartiges Areal für Sport, Kultur und Freizeit“ zu machen. Darauf warten die Berliner bis heute. Die Studie des Planungsbüros Ahner, die vom Senat weitgehend unter Verschluss gehalten wird, kritisiert den Status quo deutlich: Das Gelände werde von den Bürgern bis heute als geschlossene Anlage wahrgenommen, mit Schranken, Sperren, Gittern und Zäunen. Die ursprüngliche Idee eines „aktiv und rege genutzten Sport- und Gesundheitsparks" sei aber aktueller denn je und könne „Orientierung für die weitere Entwicklung des Areals geben“.

Der Olympiapark mache den Eindruck, auch das steht in der Studie, dass bei der Pflege und Sanierung der Bauwerke und gartenbaulichen Anlagen in den vergangenen 20 Jahren nur „das Nötigste mit möglichst geringem finanziellen Einsatz“ getan worden sei. Der Investitionsbedarf bis 2050 liege bei 562 Millionen Euro. Um das einzigartige Gartendenkmal nicht vor die Hunde gehen zu lassen, wurden inzwischen weitere Konsequenzen gezogen. Im März beauftragte die Sportverwaltung das Planungsbüro Topos damit, bis zum Sommer 2020 ein Parkpflegewerk zu erarbeiten. Vor allem für das Lindeneck, die Maifeldtribünen und -wälle, das alte Reiterstadion und die legendäre Waldbühne.

Den guten Absichten steht noch die schnöde Wirklichkeit entgegen. Im zuständigen Fachreferat der Sportverwaltung sind lediglich zehn Mitarbeiter mit dem Olympiapark befasst, darüber hinaus gibt es sieben Sportplatzwarte, sechs Handwerker und einen Gartenarbeiter. Für Investitionen auf dem Gelände stehen in diesem Jahr rund 27 Millionen Euro zur Verfügung. Davon wurden bis zum Mai nur 565 000 Euro ausgegeben.

Veröffentlicht am 15.06.2019 von Ulrich Zawatka-Gerlach

Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/neue-plaene-fuer-den-olympiapark-entstehen-soll-ein-rege-genutzter-sport-und-gesundheitspark/24460550.html

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