abi, 11. Juni 2015

Der Berliner Arzt Robert Margerie (47) untersucht junge und ältere Amateur- und Profisportler und erstellt Leistungsdiagnosen. Er arbeitet am Zentrum für Sportmedizin in Charlottenburg und hilft seinen Patienten dabei, ihre körperlichen Voraussetzungen für ihre Lieblingssportarten zu überprüfen.


Persönliche Ziele erreichen und die Freude darüber genießen: Das ist lebenswichtig. Viele Menschen verwirklichen das beim Sport. Einer, der die Weichen für ein sportlich erfolgreiches Leben stellt, ist Dr. Robert Margerie. Der Berliner Sportmediziner ist Teil eines neunköpfigen Ärzteteams am Zentrum für Sportmedizin. Amateur- und Leistungssportler untersucht er hier ebenso wie gesunde und kranke Menschen aller Altersstufen auf ihre Fitness: Wie intakt sind Herz und Muskulatur? Was ist nötig, um ein bestimmtes Sportziel zu erreichen? Wie ist die Ernährung? Liegen körperliche Einschränkungen vor?

„Gerade habe ich eine Woche lang Nachwuchs-Hockeyspieler untersucht“, sagt Robert Margerie. Die hierfür notwendige Leistungsdiagnostik startet mit der Anamnese (Krankengeschichte) des jeweiligen Patienten. Der Arzt klärt, ob Vorerkrankungen vorliegen und checkt die körperlichen Voraussetzungen, die für eine professionelle Karriere im Hockey erfüllt werden müssen. Um dies festzustellen, untersucht er etwa Blut und Urin auf Entzündungs- und Erkrankungsmarker und testet die Lungenfunktion. Ein Ruhe-EKG zeigt die Herzfunktion, ein Belastungs-EKG ihre Veränderung unter Anstrengung. Zudem erkundigt er sich bei seinen Patienten, ob sie aktuell medizinische Probleme beim Ausüben ihres Sports haben und untersucht gegebenenfalls vorhandene ältere Verletzungen.

„Eine 2 in Fitness“

„Als Sportmediziner bewerten wir körperliche Funktionen und Fehlfunktionen“, sagt Robert Margerie. „Ähnlich wie in der Schule weiß der Behandelte am Ende: ‚Ich hab eine 2 in Training und bin auf einem guten Weg. Eine 4 bedeutet: Ich muss mehr tun, um fit zu werden oder mich gesund zu halten.'"

Robert Margerie war nach dem Medizinstudium an den Universitäten in Freiburg und Hannover zunächst als Assistenzarzt im Klinikum Peine und Hameln tätig. Es folgte die Facharztausbildung für Innere Medizin. Erst der Facharzt ermöglicht die Weiterbildung zum Sportmediziner. „Die Zusatzbezeichnung Sportmedizin wollte ich schon während meines Studiums erwerben, durchlief dann aber erst eine breite klinische Ausbildung in der Inneren Medizin und Notfallmedizin, “ sagt er. Danach entschloss er sich schließlich für die einjährige Weiterbildung, die er bei seinem heutigen Arbeitgeber absolvierte. Hier sind es die sportmedizinischen Bereiche der Prävention (Vorbeugung) beziehungsweise Rehabilitation (Wiederherstellung) und Sporttauglichkeit, mit denen er sich theoretisch und anwendungsbezogen befasste. „Seit 2005 erlebe ich täglich, wie der verloren geglaubte Bewegungsdrang vieler Menschen zurückkommen kann. Das beflügelt und motiviert.“

Wenn er nicht im Sportzentrum arbeitet, betreut Robert Margerie Leistungssportler, etwa bei Meisterschaften wie der Leichtathletik-WM 2009 oder bei Laufveranstaltungen. Außerdem ist er Anti-Doping-Beauftragter des Landessportbundes Berlin. „Spaß und Interesse am Sport ist sicher eine Grundvoraussetzung für diesen Beruf“, sagt er. Seine eigenen Interessen liegen demzufolge besonders im sportlichen Bereich: Langstreckenlauf, Trailrunning (Wald- beziehungsweise Landschaftslauf abseits asphaltierter Straßen), Mountainbiking, Triathlon.

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