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DOSB, 20. Dezember 2008

Sport und Bewegung - nicht nur eine Herzenssache

Die Kostenexplosion des Krankheitswesens, bedingt auch durch das Älterwerden der Menschen und neue medizinische Methoden bei Heilverfahren, bringt die Kassen zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten.


DOSB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper hielt den Festvortrag.



„Ist die Gesundheit künftig noch bezahlbar?“ Diese Frage versuchte die DOSB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper im Rahmen ihres Festvortrages zu beantworten, den sie anlässlich des 20. Geburtstages des Sport-Gesundheitsparks Berlin hielt, jenes Modellvereins, der in Deutschland neue Wege ging, indem er den Gesundheitssport eng mit der Präventivund Sportmedizin verzahnte.

„Sport und Bewegung: - nicht nur eine Herzenssache!“ So überschrieb sie ihre Rede, in der sie folgende Aussage traf: „Die Gesellschaft befindet sich in einer tief greifenden Umbruchsituation. Kein Lebensbereich bleibt davon ausgenommen. Am nachhaltigsten spürbar wird dies für jeden Einzelnen beim Umbau des Sozialstaates und den Veränderungen in der Arbeitswelt. Die Finanzierungs- und Steuerungskonzepte stehen nämlich auf dem Prüfstand, auch im Gesundheitswesen.“ Daran an schloss die Berliner Sportwissenschaftlerin die wegweisende Feststellung, dass der Sport ungemein wichtig sei, sowohl als präventive als auch rehabilitative Maßnahme, wobei für ältere Menschen die körperliche Aktivität zugleich eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität bedeutet, nicht zuletzt durch soziale Einbindung und den Erhalt einer längeren Unabhängigkeit.

Dann brach Gudrun Doll-Tepper eine Lanze für den Volkssport Laufen, aber auch das Gehen, in seiner modernen Form als Nordic Walking bekannt, und sogar den Spaziergang als dritte Dimen-sion körperlicher Bewegung, der Entspannung und Erholung bringt. Grundsätzlich entscheidend ist jedoch, so lautete ihre These, dass der Mensch überhaupt etwas tut und somit seine physischen, psychischen und sozialen Ressourcen stärkt und die körperlichen Risikofaktoren mindert. Alles bekannte Dinge, die der 1988 von Sportwissenschaftlern und Medizinern gegründete Sport-Gesundheitspark Berlin berücksichtigt, der in den zwei Jahrzehnten seines Bestehens von 50 auf 5.000 Mitglieder stieg und inzwischen an drei Standorten seine Aktivitäten einbringt. Beschränkte sich anfangs das Pogramm auf Herzinfarkt- und Bluthochdruck-Geschädigte, so zielen heute die Angebote auf das gesamte Spektrum der Zivilisationskrankheiten. Der Vorsitzende des Vereins, Dr. Folker Boldt, sagte in seiner Begrüßungsrede: „Unsere Gesundheitssports-Palette beinhaltet eine enge Verbindung mit medizinischen Konsultationen beziehungsweise Kontrollen, wobei wir im Gegensatz zu den Fitness-Studios großen Wert auf Gruppentraining und hervorragend ausgebildete Übungsleiter legen. Meist sind es Sportwissenschaftler mit der Zusatzqualifikation für den Präventiv- und Rehabilitations-Bereich.“

Lange Zeit widmete sich der Verein vornehmlich der 50 plus- Generation, Gudrun Doll-Tepper bezifferte den Altersdurchschnitt sogar auf 62 Jahre, doch inzwischen hat der Sport-Gesundheitspark seine Aktivitäten auch auf Kinder mit Übergewicht und Fettleibigkeit ausgedehnt und setzt mit dem Projekt Fidelio neue Akzente im Kampf gegen Bewegungsarmut und Koordinationsschwäche.

Gerade den Jüngsten muss wesentlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, erklärte die Präsidentin des Weltrats für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung, denn in der Adipositas und Bewegungsarmut bei Kindern liegt eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Sichtlich erregt griff sie eine aktuelle Entscheidung der Kultusminister-Konferenz an, wonach Pläne existieren, dass die Fächer Musik, Kunst und Sport bei der Ausbildung von Grundschullehrern und -lehrerinnen zu einem Fach „Ästhetische Bildung“ zusammengefasst werden. „Das ist ein Unding, das darf so nicht hingenommen werden. Der DOSB muss hier sofort entsprechende Schritte auf politischer Ebenen einleiten.“ Darüber hinaus ging die Berlinerin auch auf den Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und den damit zusammenhängenden Krankheiten ein. Die vom Deutschen Olympischen Sportbund mitkonzipierte Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung mit dem schönen Titel „In Form“ stellt zumindest Ansätze einer systematischen Einbindung von Sport und Bewegung in das Gesundheitssystem dar.

Übrigens verfügt der Modellverein in Berlin, der sich als Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum versteht, neben dem Gesundheits- und Breitensportangebot noch über ein zweites Standbein. Er führt pro Jahr 700 sportmedizinische Untersuchungen für Athleten aus dem Leistungs- und Nachwuchsbereich durch, wobei der aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisstand berücksichtigt wird. Was auch große Anerkennung durch Dr. Günter Jonitz, den Präsidenten der Berliner Ärztekammer, fand. Er empfahl allerdings den Verantwortlichen des Gesundheitsparks, Hartz IV-Gängern den Weg in den Sportverein finanziell zu erleichtern, um sie aus ihrer Isolation herauszuholen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Selbstbewusstsein wieder zu stärken. „Sollte das Interesse zunehmen“, so Dr. Boldt, „woran ich fest glaube, dann werden wir uns eines Tages nach anderen Standorten umsehen müssen, wobei die Zusammenarbeit mit Großbetrieben durchaus eine Option sein kann. Fest steht jedenfalls, dass wir im Durchschnitt pro Jahr um 250 Mitglieder wachsen.“ Beraten, untersuchen, trainieren, so lautet der Dreiklang des Vereins, der kurz vor seinem 20. Geburtstag das 5.000. Mitglied begrüßen konnte, ein vierjähriges Mädchen, das als Geschenk für sich und seine gesamte Familie einen kostenlosen Jahres-Beitrag geschenkt bekam.

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